Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft

für Suchtkranke und Angehörige

Diözesanverband Freiburg e.V.

KreuzbundDiözesanverband Freiburg e.V.

Bericht: Nachenfahrt 2023

Zeit27.08.2023
OrtAltrhein bei Germersheim
BerichtSusanne Bunsch
BilderSusanne Liegibel und Susanne Bunsch

Am 27. August 2023 trafen wir uns um 10.30h überpünktlich und gut gelaunt am Steg zu der Nachenfahrt.

Geplant war die Fahrt für 12 Frauen. Netterweise hat unser Bootsührer, Herr Uwe Hartmann, auch noch einen Überraschungsgast mit an Bord genommen. Wir sind gerne zusammen gerückt und nachdem wir Herrn Hartmann versichert haben, dass wir ganz harmlos sind, legten wir ab.

Die zurücklegte Strecke war ca. 8 km lang und führte durch das Naturschutzgebiet vom Kieferweiher in den Altrheinarm, vorbei am Schäferweiher bis zum Rhein. Die Idylle auf dem Wasser, das wilde Grün und die Vogelstimmen waren einfach herrlich.

Wir erfuhren viel über die Entstehung des Rheins, der früher mäanderförmig durch die Auenlandschaft floss. Die Siedlungsflächen wurden damals häufig überflutet und Sumpffieber (Malaria) war durch die vielen Mücken eine ständige Gefahr.

Der badische Ingenieur Johann Gottfried Tulla führte deshalb im 19. Jahrhundert eine Rheinbegradigung durch. Das Flussbett wurde verengt, begradigt, vertieft und entsprechende Dammanlagen gebaut. Das gab dem Oberrhein zwar ein völlig neues Aussehen, aber neue Siedlungsflächen konnten gewonnen und die Schiffbarkeit verbessert werden.

Die Schifffahrt war damals viel beschwerlicher als heute. Flussabwärts war es nie ein Problem, flussaufwärts mussten die Schiffe aber durch treideln bewegt werden: die Schiffe wurden von Menschen und/oder Zugtieren am Ufer auf den sogenannten Treidelpfaden gezogen.

Nach diesem kurzen Ausflug in die Ver­gangen­heit erfuhren wir vieles über die Vegetation am Uferrand, die sich weitgehend selber überlassen wird und ein urwaldähnliches Bild ergibt.

Herr Hartmann erzählte über Schwäne, Nil- und Kanadagänse, Enten, Stockenten und Kormorane und wir konnten einige von Weitem bewundern. Die Eleganz und Erhabenheit, mit der die Schwäne übers Wasser gleiten, ist immer wieder beeindruckend. Wir entdeckten Kormorane, einen davon in seiner typischen Pose: stehend mit ausgebreiteten Flügeln. So lassen sie ihr Gefieder trocknen.

Wir entdeckten einige Fischreiher (Graureiher) und einen Purpurreiher und kreisten eine Weile um eine Stelle am Ufer, wo ein Eisvogel seine Höhle hat.

Kaum zu glauben, alle 13 Frauen waren mucksmäuschenstill, Hut ab vor Herrn Hartmann! Leider zeigte sich der Eisvogel trotzdem nicht und auch die Sumpfschildkröten, von der NABU wieder angesiedelt, blieben versteckt.

Als wir an der Spitze der Insel Grün angekommen sind, erzählte uns Herr Hartmann eine unglaubliche Geschichte: Irgendwo da unten, tief verborgen, liegt eine alte Dampflokomotive mit dem Namen Rhein. Sie wurde von einer Fabrik in Karlsruhe gebaut und ist hier im Jahr 1852 beim Transport über den Rhein von einem Schiff gefallen und versunken. Alle Versuche sie zu finden, blieben bis heute erfolglos.

Überhaupt ist die Insel Grün in der Ver­gangen­heit sehr ereignisreich gewesen: 1972 fand dort das 2. British Rock Meeting, ein Musikfestival mit 60.000 bis 80.000 Besuchern, statt. Da spielten Bands wie Pink Floyd, Humble Pie, Ekseptions und viele mehr. Muss toll gewesen sein.

Auf dem Rückweg hörten wir noch so einiges über die Fischvielfalt, über Sportfischerei und Angeln.

Nach 2 Stunden erreichten wir wieder unseren Steg, entspannt, beeindruckt und rundum zufrieden! Obwohl… nicht ganz zufrieden! Hunger hatte sich breitgemacht und wir entschlossen uns, nach Kandel zum Hofmarkt Zapf zu fahren. Dort gab es für jeden Geschmack das Richtige: Mittagessen, Brotzeit und herrliche selbstgebackene Kuchen. Danach waren wirklich alle zufrieden.

Alles in Allem ein wunderschöner Sonntag!